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Aus den Memoiren von D. Hucke: "Macht langsam!"

Auszug mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Diskontinuierliche Materialbereitstellung und andere Schludrigkeiten gefährdeten häufig die Erfüllung der monatlichen Produktionspläne und damit die termingerechte Lieferung an die Abnehmer. Also mußten Sonderschichten her. Auch die Dolmetscherabteilung hatte gegen Monatsende, manchmal auch über das Wochenende, regelmäßig einen oder zwei Kollegen für den Packraum abzustellen. Dort galt es, Kartons oder kleinere Kisten nebst Unmassen an Holzwolle in große hölzerne Versandkisten zu packen und diese dann zuzunageln. Auf Messen im westlichen Ausland wurde nach Aussagen von Zeiss-Messepersonal oft gelächelt, wenn beim Auspacken die Holzwollberge aus den Kisten kamen, aber Holz war in der DDR billig, und moderne Verpackungsmaterialien teuer oder nicht zu haben. Wir Aushilfsleute im Packraum gaben uns die größte Mühe, soviel wie möglich zu schaffen. Einmal – es war an einem Freitag – sagte einer der angestammten Packer mißbilligend zu uns: "Nun macht mal langsam – wir wollen ja morgen auch noch was zu tun haben." Der Witz war der, daß die Packer bei Wochenendeinsätzen ansehnliche Prämien erhielten. Um in deren Genuß zu kommen, wußten sie ihre Arbeit an den Wochentagen entsprechend einzuteilen.

Erschienen in:
Hans G. Beck (Hrsg.): Menschen bei Zeiss und Schott. Sammlung des Seniorenclubs Schott Zeiss Jena e.V., Jena 2002.
Bestelldaten und eine Kurzvita von Dietrich Hucke finden Sie hier.


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